Lock

The

Loop

Ein immer wiederkehrender Traum quält Maybe in Band drei. Zuerst glaubt sie, dass er nur ein Symbol ist ...

Die Finsternis seiner Augen verschlingt mit einem Mal jeden Lichtschimmer. Ich blicke in den Abgrund. Doch ich kenne diese Dunkelheit und Tiefe. Der Sturz ins Ungewisse ist wie ein Zuhause und lädt mich ein, loszulassen.

Zwischen Traum und Wirklichkeit halte ich die Lider weiter geschlossen, lausche dem Flüstern und genieße das Streicheln auf meiner Haut. Seine Lippen schmecken nach Anis und erinnern mich an die Grüne Fee. Wie sehr betäubt sie mir die Sinne und löst zugleich jede Blockade. Nichts verhindert mehr, dass ich mich seiner Liebe ergebe. Die Berührung unserer Zungen ist sanft, voller Hingabe, begleitet vom Geschmack nach Weihnachtsplätzchen und Heimat. Die schwarze Steinkugel, die er eingezwängt in ein silbernes Gefängnis um seinen Hals trägt, streicht sanft über mein Dekolleté, als er sich über mich beugt.

»Hast du Heimweh?«, flüstere ich.

»Nicht, wenn du bei mir bist«, raunt er in mein Ohr. Seine Hände umschließen meine Brüste. Ich betrachte mir seine wundervollen Lippen.

Er lächelt. »Ich muss fort, Dornschnittchen«, sagt er. Seine Miene wird ernst.

»Bleib bei mir«, flehe ich.

Wir stürzen ab, tauchen ein in tosendes, kaltes Wasser. Ich klammere mich an ihn.

»Lass mich los. Sonst gehst du mit mir unter«, höre ich ihn flehen.

»Sergej«, schreie ich und umklammere seine Oberarme, doch er sinkt immer tiefer und zieht mich mit sich.

»Ein Teil von mir ist für immer bei dir«, sagt er. Ich höre ihn, obwohl wir doch unter Wasser sind und gleichzeitig zu fallen scheinen, als seien wir in der Luft.

Ich kann nicht mehr atmen.

Sergej löst meinen Griff um seine Arme. Ich treibe an die Oberfläche, ohne es zu wollen und schnappe nach Luft. »Sergej!«, schreie ich immer wieder in den tosenden Fluten, schlucke Wasser und suche ihn. Doch er bleibt verschwunden.

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